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Wahrung von Arbeitnehmerinteressen spielt für die schwarze Ampel keine Rolle

Zur Fusion der Provinzial und den Äußerungen von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz dazu in der heutigen (06.09.2018) Ausgabe der KN erklärt der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Ralf Stegner

„Offensichtlich geht Bernd Buchholz schon jetzt davon aus, dass es im Zuge der Fusion zum Verlust von Arbeitsplätzen kommen wird. Anders ist ein FDP-Minister wohl nicht zu interpretieren, wenn er davon spricht, dass die Landesregierung nur dann einschreiten werde, wenn der Standort Kiel „nennenswert betroffen sein sollte“. Eine genaue Erklärung ist der Wirtschaftsminister den verunsicherten Mitarbeitern an der Stelle jedoch schuldig geblieben. Dass diese von der Landesregierung wohl keine allzu große Hilfe zu erwarten haben, hat Herr Buchholz mit seinen Äußerungen allerdings klar gemacht.  Das von ihm gesetzte Ziel nur „möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern“ ist für uns nicht hinnehmbar. Selbstverständlich muss es darum gehen, ALLE Arbeitsplätze zu sichern und den Standort Kiel möglichst zu stärken. Die Provinzial hat hier ein wirtschaftliches Unternehmen und die Mitarbeiter leisten vorbildliche Arbeit. Dass die Landesregierung den Abbau der Belegschaft und damit die Schwächung des Standortes Kiel offensichtlich widerstandslos hinnehmen will, zeigt: Die schwarze Ampel hat kapituliert, wenn es um die Wahrung von Arbeitnehmerinteressen geht.

Wir fordern CDU, FDP und Grüne dazu auf, den Fusionsprozess konstruktiv zu begleiten und sich für die Mitarbeiter stark zu machen. Die Provinzial ist in unserem Land ein wichtiger Arbeitgeber und gesellschaftlicher Akteur. Bei ihr steht nicht die Profitmaximierung im Vordergrund, sondern eine Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl. Selbstverständlich gehört im Laufe der Fusion auch die Vertretung der Arbeitnehmer mit an den Verhandlungstisch. Nur so können ihre Interessen gewahrt werden. Die SPD steht fest an der Seite der Beschäftigten der Provinzial, dem Unternehmen und dem Standort Kiel.“