PDF-Version Drucken

Vorfälle müssen schnellstmöglich aufgeklärt werden

Zur Berichterstattung des NDR über Medikamentenversuche an Erwachsenen in den 50er bis 70er Jahren am Landeskrankenhaus Schleswig erklärt der Sozialpolitiker der SPD-Fraktion und Vorsitzende des Sozialausschusses, Peter Eichstädt:

Es ist eine bedrückende Vorstellung, dass solche Versuche ohne das Wissen der Betroffenen und ohne nachvollziehbare Indikation vorgenommen wurden und damit ein weiterer Beleg für den menschenverachtenden Umgang mit angeblich behandlungsbedürftigen Menschen. Welche ethischen Maßstäbe hatten diese Ärzte?

Es gilt hier das gleiche wie bei den Medikamentenversuchen mit Kindern:  Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Darauf haben Geschädigte einen Anspruch.

Immer wichtiger wird die Frage nach der Rolle der Pharmakonzerne. Wussten sie Bescheid über die Versuche? Das Schreiben eines Arztes, in dem er sich für die Bereitstellung von Medikamenten bedankt,  lässt dies wahrscheinlich erscheinen.

Ich würde mir Unterstützung von allen wünschen, die durch erlangte Informationen zur Aufarbeitung der Geschehnisse beitragen können. Das Sozialministerium bemüht sich um Aufklärung. Wir werden es dabei unterstützen.