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Schleswig-Holstein braucht keinen Roll-Back im Schulbereich

Pressemitteilung vom 15.01.03, Nr.: 006/2003 von Jürgen Weber

„Das einzig Neue bei der CDU ist die Abschaffung des Elternwillens“, resümiert der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Jürgen Weber, die Pressemitteilung der CDU zur Schulpolitik. Die CDU schreibe in ihrem Landtagsantrag eine Reihe von Einzelmaßnahmen aus dem Paket ab, das die Kultusministerin bereits im Sommer vorgelegt hat, besonders was die frühzeitige Förderung von Kindern mit sprachlichen Defiziten angehe. Zugleich kündige sie den Konsens darüber auf, dass die Eltern das Recht und die Pflicht haben, über den besten Bildungsweg für ihre Kinder zu entscheiden. „Besonders abenteuerlich ist es, die weitere Schullaufbahn von Kindern von einzelnen Tests abhängig zu machen“, so Jürgen Weber. „Offensichtlich hat die CDU andere PISA-Studien gelesen als der Rest Schleswig-Holsteins. Sonst könnte sie nicht auf die Idee kommen, dass Schleswig-Holstein in Bausch und Bogen schlecht abgeschnitten habe, denn tatsächlich haben die Gymnasien bundesweit mit die besten Resultate erzielt. Die PISA-Studien haben keineswegs die Bildungspolitik der Sozialdemokratie für die entscheidenden Probleme des deutschen Bildungswesens verantwortlich gemacht. Vielmehr sind sie auf Sonderwege wie die Halbtagsschule und das frühzeitig segregierende dreigliedrige Schulwesen zurückzuführen.“ Auch die Unternehmensberatung McKinsey habe, ergänzt Weber, erst vor wenigen Tagen festgestellt, dass die deutsche Sucht nach homogenen Lerngruppen der falsche Weg sei. „Der Antrag der CDU kann keine Grundlage für parteiübergreifende Reformen unseres Schulsystems sein.“ (SIB)