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Rolle der Migrantinnen im Integrationsprozess stärken!

Pressemitteilung Nr.: 112/2002 von Anna Schlosser-Keichel

Der Arbeitskreis Frauen, Familie, Jugend der SPD-Landtagsfraktion hat ein Gespräch mit Vertreterinnen der Initiativen TIO und Refugio geführt. Das Thema des Gesprächs war die Situation der Migrantinnen in Schleswig-Holstein. Hierzu sagte die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion, Anna Schlosser-Keichel: „Migrantinnen spielen eine zentrale Rolle bei der Integration von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Ihre Interessen und Bedürfnisse sollten bei den Aktivitäten zur Integration stärker Beachtung finden. Beispiele hierfür sind Sprachkurse in Teilzeit und mit Kinderbetreuungsmöglichkeiten, damit gerade junge Mütter besonders angesprochen werden.“ Die Situation der Migrantinnen unterscheide sich nach wie vor in vielen Punkten von derjenigen der Migranten. Sie seien durch einzelne ausländerrechtliche Bestimmungen mehr betroffen als Männer. Ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung sei auf Bundesebene die Verbesserung beim eigenständigen Aufenthaltsrecht für Ehefrauen gewesen. In Zukunft komme es darauf an, auch Migrantinnen zu ermutigen, von ihren Rechten und Möglichkeiten noch mehr Gebrauch zu machen. Dies betreffe auch die Wahrnehmung von Angeboten für Opfer von Gewalt, wie beispielsweise Frauenhäuser oder das neue Wegweiserecht, mit dem gewalttätige Männer aus der gemeinsamen Wohnung gewiesen werden können. „Wesentlich für uns ist jedoch, die Migrantinnen nicht als Opfer und Hilfsbedürftige zu betrachten, sondern als aktive Bereicherung für unsere Kultur und das Zusammenleben in der Gesellschaft. Wir werden den Dialog mit Initiativen der Migrantinnen in Schleswig-Holstein weiter führen. Ihre Arbeit hat eine große Bedeutung für die Integration der hier lebenden Ausländerinnen und ihrer Familien.“ (sib)