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Ministerium erklärt, schafft aber keine Klarheit

Zur heutigen Aussprache im Bildungsausschuss über die schlechten Prüfungsergebnisse für den Ersten und den Mittleren Schulabschluss erklärt der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Kai Vogel:

Das Bildungsministerium hat im Bildungsausschuss viel erklärt, aber keine Klarheit geschaffen – insbesondere nicht für die Schülerinnen und Schüler, deren Prüfungsergebnisse in Mathematik in diesem Jahr um 0,4 - 0,6 % schlechter lagen als im Vorjahr.

Es ist richtig, dass die sozialdemokratische Bildungsministerin Britta Ernst die Anforderungen angehoben hat, um die Vergleichbarkeit mit anderen Bundesländern herzustellen. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie dabei auf den fanatischen Widerstand von CDU und FDP gestoßen wäre.

Es sollte unstrittig sein, dass die Lehrerinnen und Lehrer ihre Prüfungskandidaten zielgerichtet auf diese Anforderungen vorbereiten. Was das Bildungsministerium und die Kolleginnen und Kollegen von CDU und FDP dazu zu sagen hatten, läuft jedoch darauf hinaus, die Verantwortung für die schlechten Prüfungsergebnisse auf die Lehrkräfte abzuwälzen. Das ist nicht hinnehmbar.

Eine derartig starke Veränderung im Leistungsniveau bei derart vielen Prüfungskandidatinnen und -kandidaten wird man sicher nicht damit erklären können, dass die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr im Durchschnitt sehr viel leistungsschwächer waren als die im Vorjahr. Wenn es also doch ganz eindeutig an den Rahmenbedingungen für die Prüfungen gelegen hat, steht das Ministerium in der Verantwortung, einen Chancenausgleich herzustellen.

Ministerin Prien trägt die Ziffernnote als Maßstab der Leistungsmessung von Anfang an als Monstranz vor sich her. Damit ist es nicht vereinbar, dass sie die Bedeutung dieser Prüfungsnoten herunterzuspielen versucht. Den Schülerinnen und Schülern als einzigen Weg die Verbesserung der Durchschnittsnote über mündliche Prüfungen anzubieten, heißt, sie nicht erst zu nehmen.