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Gute Bilanz – noch viele Baustellen

Zur heutigen Vorstellung des Bildungsberichts für den Zeitraum 2011- 2016 durch Bildungsministerin Britta Ernst erklärt der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Kai Vogel:

Die schulpolitische Bilanz der Küstenkoalition kann sich sehen lassen:

  • Für erheblich weniger Schülerinnen und Schüler stehen etwa so viele Lehrkräfte wie 2011 zur Verfügung.
  • Bei der Inklusion sind wir mit jetzt mehr als zwei Dritteln bundesweit führend. Deshalb konzentrieren wir uns seit geraumer Zeit auf Ressourcen und Qualität (Schulassistenz, Klemm-Gutachten).
  • Auch die Integration der minderjährigen Flüchtlinge ist uns vergleichsweise gut gelungen.
  • Das Land gibt mehr Geld für Bildung aus, auch mit Unterstützung des Bundes über die BAföG-Mittel.
  • Die Unterrichtsversorgung nähert sich an den allgemeinbildenden Schulen allmählich den 100 % des lehrplanmäßigen Unterrichts.

 Das alles zeigt, dass diese Koalition richtige Prioritäten gesetzt und richtige Weichenstellungen vorgenommen hat.

Zahlreiche Baustellen bleiben offen:

  • Wir brauchen mehr und jüngere Lehrkräfte, um die angestrebte 100%ige Unterrichtsversorgung nicht nur an den allgemeinbildenden, sondern auch an den beruflichen Schulen zu erreichen. Das ist für eine Reihe von Schulfächern schwierig, weil der Lehrernachwuchs an den lehrerbildenden Hochschulen nicht ausreicht.
  • Die regionalen Unterschiede in unserem Land sind noch zu hoch. Wenn fast die Hälfte der Stormarner und Kieler Schulabgänger die Hochschulreife erreicht, aber nur ein gutes Fünftel der Schüler in Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, ist das unbefriedigend. Dabei müssen allerdings Verzerrungen durch Schüler aus den Flächenkreisen berücksichtigt werden, die Schulen in kreisfreien Städten besuchen.
  • Es ist erst Recht nicht hinzunehmen, wenn in Nordfriesland mehr als jeder zehnte Schüler ohne Abschluss die Schule verlässt.
  • In der nächsten Legislaturperiode wird der Ausbau der Ganztagsangebote ein bildungspolitischer Schwerpunkt der SPD sein. Denn wir liegen beim Ganztagsangebot in der Fläche nur knapp unter dem Bundesdurchschnitt, aber bisher nimmt nur ein gutes Viertel der Schüler an einem Ganztagsangebot auch tatsächlich teil, während es im Bund rund 40 % sind.

Insgesamt ist der vierte Bildungsbericht, den die Landesregierung heute vorgelegt hat, eine gute Arbeitsgrundlage, nicht nur für die Politik sondern für jeden, der irgendwie am System Schule beteiligt ist. Für uns als Bildungspolitikerinnen und -politiker benennt er die Hausaufgaben für die nächsten fünf Jahre klar.