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Elektroschockgeräte sind kein Allheilmittel, sondern gefährliche Waffen

Bezugnehmend auf die heutige (09.10.2018) Pressemitteilung der FDP zum Thema Elektroschockgeräte erklärt die polizeipolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Kathrin Wagner-Bockey:

„Ob sich ein außer Rand und Band geratener Messer-Angreifer mittels Taser außer Gefecht setzen lässt, müsste ein Polizist in Zehntelsekundenschnelle entscheiden. Wenn der Polizist die Lage falsch einschätzt und den Täter zu dicht an sich herankommen lässt, bezahlt er dies unter Umständen selbst mit dem Leben. Taser taugen in meinen Augen nur sehr bedingt als mildestes Mittel bei einem Messerangriff, weil es aus Eigensicherungsgründen Ziel sein muss, den Angreifer auf Distanz zu stoppen. Die Einführung des Elektroschockgerätes als Einsatzmittel wirft viele praktische und rechtliche Fragen auf. In Bruchteilen von Sekunden zwischen drei möglichen Waffen zu entscheiden, ist schwer. Eine gerichtliche Überprüfung noch schwerer. Abgesehen davon sind Elektroschocker gefährliche Waffen, die ebenfalls zum Tode führen können. Vor einer Einführung als Pilotversuch plädiere ich für einen Erfahrungsaustausch mit den Polizeien in Deutschland, die das bereits hinter sich haben. Auch eine sorgfältige rechtliche Abwägung muss vorgenommen werden, um Vor- und Nachteile beurteilen zu können.“