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Die SPD trauert um Kurt Schulz

Zum Tod des ehemaligen Landtagsabgeordneten und Grenzlandbeauftragten erklärt der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende, Dr. Ralf Stegner:

„Die SPD in Schleswig-Holstein und die SPD-Landtagsfraktion trauern um ihr ehemaliges Mitglied Kurt Schulz.

Kurt Schulz hat Schleswig-Holstein, seine Heimatstadt Eckernförde und die SPD in den vergangenen sieben Jahrzehnten engagiert mitgeprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er 1946 in die SPD ein, als es darum ging, den Neuanfang zu gestalten. Durch sein Leben und Wirken, aber auch unmittelbar bei direkten Begegnungen offenbarte sich schnell seine große Persönlichkeit.

1958 zog er in den Landtag ein und wurde dort 1960 stellvertretender Vorsitzender des Finanzausschusses. Von 1967 bis 1971 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender, ab 1971 zudem erster Vizepräsident des Landtages. Die SPD-Landtagsfraktion hatte in ihm einen klugen Haushaltspolitiker, der die Finanzen besser kannte als manch anderer Politiker.

Als Grenzlandbeauftragter der Regierung Engholm war er von 1991 bis ins Jahr 2000 prägend für die schleswig-holsteinische Minderheitenpolitik und für uns ein Vorbild.  Kurt Schulz hat in diesen Jahren das Ehrenamt des Grenzlandbeauftragten als zentrale Stelle, als Mittler zwischen Minderheit und Mehrheit verstanden. Er war wichtiger Unterstützer der Verfassungsinitiative, über die ein Schutz der Minder­hei­ten auch ins Grundgesetz geschrieben werden sollte, hat sich für die Aufnahme der schleswig-holsteinischen Minderheiten­sprachen in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen eingesetzt und nach schwierigen Verhandlungen mit Bonn und Kopenhagen das Europäische Zentrum für Minderheitenfragen realisiert. Darüber hinaus hat Kurt Schulz in vielen Einzelfragen mit seiner Kompetenz und dem großen Vertrauen in seine Person konkrete Hilfe leisten können.

In seinem mit Rolf Fischer verfassten Buch „Vom Kanon der Kulturen“ wurde sein Verständnis der schleswig-holsteinischen Minderheitenpolitik als Bestandteil einer Architektur des Friedens deutlich – bis heute wegweisend: Minderheitenpolitik ist Menschenrechtspolitik.

Der ehemalige SPD-Landesvorsitzende Claus Möller hat ihn einmal als „Inkarnation eines Kommunalpolitikers“ bezeichnet. Nicht nur als Vorsitzender der SPD Eckernförde war er seiner Heimatstadt Eckernförde sehr verbunden. Kurt Schulz hat seine Mandate von 1948 bis 1970 im Kreistag des damaligen Kreises Eckernförde und von 1951 bis 1969 in der Ratsversammlung Eckernförde mit viel Leidenschaft und Sachkenntnis wahrgenommen. Besonders in Erinnerung geblieben ist sein Wirken als Bürgermeister Eckernfördes von 1969 bis 1987.

1972 erhielt Kurt Schulz das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1975 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die SPD selbst hat ihn 2012 mit ihrer höchsten Auszeichnung – der Willy-Brandt-Medaille – ausgezeichnet.

Wir erinnern uns gerne und dankbar an Kurt Schulz. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.“