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Der sechsspurige Ausbau der Rader Hochbrücke muss kommen!

TOP 28: Sechsspuriges Ersatzbauwerk für die Rader Hochbrücke (Drs-Nr. 18/5292)

Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuell/mediathek/index.html

Der Besuch der Kolleginnen und Kollegen des Dänischen Folketing im letzten Monat bei uns war sehr beeindruckend. Sehr beeindruckend, weil es immer wieder erfreulich ist, zu sehen, wie groß das Interesse an einer guten Zusammenarbeit ist. Und sehr beeindruckend, dass trotz einer Staatsgrenze die Gemeinsamkeiten zwischen dem Königreich Dänemark und Deutschland überwältigend groß sind. Gemeinsam ist unser Interesse, dass die Rader Hochbrücke bis zum Baubeginn, während der Bauphase und auch nach Fertigstellung nicht wieder zum stetigen Nadelöhr wird. Die wesentlichen Verkehrsströme aus Dänemark verlaufen aktuell über die A7. Immer wenn die Brücke nur eingeschränkt nutzbar ist, kommt es zu langen Staus. Gerade bei der letzten Sanierung, die gerade abgeschlossen worden ist, konnten wir das erleben.

Die A7 ist neben der A1 Schleswig-Holsteins Hauptverkehrsachse nach Skandinavien und hier insbesondere nach Jütland. In Jütland liegen die Hauptproduktionsstätten und auch der überdeutlich größte Teil der Ferienurlauber verbringt seine Zeit an der Nordseeküste Dänemarks. So kommt es in den Sommermonaten an den Wochenenden regelmäßig zu Verkehrsstockungen, wenn der Bettenwechsel ansteht und zeitgleich die Wochenendtouristen unterwegs sind.  Jede Autobahn hat ihre Kapazitätsgrenze und alle, die so wie ich die A7 regelmäßig nutzen, spüren das.

Die Verkehrsmengen sind einfach zu groß. Wer vor wenigen Jahren nördlich des Bordesholmer Dreiecks die A7 befuhr, konnte sich einer freien Autobahn sicher sein. Seit einigen Jahren hat sich auch hier das Bild gewandelt. Insbesondere der LKW-Verkehr hat massiv zugenommen. Nicht grundlos hat unser Kollege Lars Harms öffentlich ein generelles LKW-Überholverbot auf dem Streckenabschnitt nördlich von Bordesholm angeregt. Besonders stauanfällig ist die Rader Hochbrücke auch heute schon. Das trifft übrigens immer auf Bauwerke zu, die Autofahrer stärker fordern als andere Strecken und wo es eine Geschwindigkeitsbeschränkung gibt. Wer den Elbtunnel passiert kennt das. Bis zum Rendsburger Dreieck läuft der Verkehr und 2 km vor der Brücke beginnt der Stau. Von Owschlag kommend gen Süden genauso.

Seit 2013 wissen wir, dass die Rader Hochbrücke neu gebaut werden muss, da die alte Brücke marode ist. Die DEGES führt die Planungen für den Ersatzbau durch. Die Planungen laufen gut. Seit Planungsbeginn taucht immer wieder der Wunsch nach einer Sechspurigkeit auf. Die bis dahin bekannten Verkehrsmengen von 42.000 Fahrzeugen pro Tag sprachen allerdings dagegen. Die Verkehrsprognosen gingen bis 2030 von einer Steigerung auf 54.000 Fahrzeuge aus. Doch die neuesten Verkehrsprognosen zeigen, dass bereits im Jahr 2015 die für 2030 prognostizierten Verkehrsmengen  erreicht worden sind. 15 Jahre früher!

Wo werden wir dann 2030 wirklich liegen? Genau weiß es keiner, doch die Verkehrsentwicklung zeigte für diese Strecke in den vergangenen Jahren immer steil nach oben. Warum macht nun eine Sechsspurigkeit aus unserer Sicht Sinn? Das neue Brückenbauwerk wird für einen Zeitraum von 40 Jahren bestehen. Die neue Brücke wird ab 2029 komplett genutzt werden können und hat eine prognostizierte Haltbarkeit bis 2069 – das sind noch 52 Jahre. Von heute gerechnet kann doch nun wirklich niemand einigermaßen verlässlich prognostizieren, welche Verkehrsmengen in 50 Jahren über diese Brücke fließen werden.

Sollte der Verkehr weiter stetig zunehmen, dann wäre der Engpass Rader Hochbrücke durch eine auf vier Spuren beschränkte Breite für viele Jahrzehnte garantiert. Dies müssen wir verhindern. Bis zum 2. Quartal 2017 muss die Entscheidung fallen, damit es bei dem neuen Brückenbauwerk zu keinen Zeitverzögerungen kommt. Wir halten die Sechsspurigkeit für eine absolut sinnvolle und vorausschauende Infrastrukturmaßnahme.  Wer weiter zu vier Spuren tendiert, verharrt und blickt nicht nach vorne. Wer weiter zu vier Spuren steht, der hört nicht die Sorgen der Logistiker, der Tourismusexperten und des dänischen Folketing. Wir verstehen die Sorgen.

Wir bitten die Landesregierung sich auch weiter für den sechsspurigen Ausbau stark zu machen und unterstützen den Antrag.