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Denkmalschutz und Studierbarkeit sind keine Gegensätze

Zur heutigen Presseerklärung des Allgemeinen Studierendenausschusses der Universität zu Kiel erklären die Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Hochschul- und Kulturpolitik, Prof. Dr. Heiner Dunckel und Martin Habersaat:

Wir haben Verständnis für die Verärgerung des AStA über Auflagen der Denkmalschutzbehörden zur Neugestaltung des Campus. Wir sehen Träger öffentlicher Bau-denkmäler zugleich nicht minder in der Verantwortung für den Denkmalschutz wie die privaten Eigentümer denkmalgeschützter Objekte.

Es geht nicht um „Schönheit“, die bekanntlich im Auge des Betrachters liegt. Es ist ein berechtigtes Anliegen des Denkmalschutzes, die bauliche Ästhetik der 1970er Jahre erkennbar zu halten. Dieses Ziel ist aber nicht prioritär gegenüber anderen gesellschaftlichen Werten, zum Beispiel der Inklusion und der Barrierefreiheit. Die Verlagerung einer Fahrradreparatur-station ist aus unserer Sicht nicht das wirkliche Problem, hier müsste eine Lösung geschaffen werden, die die berechtigten Interessen der Studierenden Rechnung trägt. Die Auflagen der Denkmalschutzbehörden dürfen der Studierbarkeit keine Steine in den Weg legen.

Wir sind davon überzeugt, dass Denkmalschutz am besten funktioniert, wenn er im Dialog durchgesetzt wird. Einseitige Verwaltungsvorschriften ohne Einbeziehung der Betroffenen fördern die Akzeptanz von Denkmalschutz nicht, sondern sie bewirken das genaue Gegenteil.