PDF-Version Drucken

Arbeit ist für Menschen mit Behinderung ein wichtiger Teil ihres Lebens

Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung erklärt der sozialpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Wolfgang Baasch:

Wir wünschen uns alle eine Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von ihren psychischen, physischen, wie intellektuellen Voraussetzungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben und, soweit möglich, ein selbstbestimmtes eigenständiges Leben führen können. Teilhabe und Selbstbestimmung heißt aber auch, einer Arbeit – und zwar möglichst auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt – nachgehen zu können.

Von der Verwirklichung dieser Feststellung sind wir gesellschaftlich aber noch ein großes Stück entfernt. Ein Blick auf den Arbeitsmarkt belegt diese Aussage. Es ist gut und für jeden Einzelnen erfreulich, dass die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren in Schleswig-Holstein gesunken ist und wir die Marke von 100.000 Arbeitslosen in Schleswig-Holstein schon deutlich unterschritten haben. Diese erfreuliche Tendenz ist leider bei Menschen mit Behinderung nicht festzustellen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei dieser Personengruppe ist nämlich deutlich geringer. Aktuell sind über 5.000 Menschen mit Behinderung in Schleswig-Holstein von Arbeitslosigkeit betroffen.

Schwerbehinderte Menschen machen im Schnitt nur 4,7 Prozent aller Beschäftigten aus. 6,6% von ihnen gehen einer Tätigkeit im öffentlichen Dienst nach. Nur 4,1% arbeiten für private Arbeitgeber. Damit liegt die Privatwirtschaft deutlich unter der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von fünf Prozent für schwerbehinderte Beschäftigte.

Menschen mit Behinderung sind aber durchaus gut und hochqualifiziert. So haben über 60 % aller arbeitslosen Schwerbehinderten eine abgeschlossene Berufsausbildung. Diese Zahlen machen darauf aufmerksam, welche Potentiale und Qualifikationen bei Menschen mit Behinderung vorhanden sind. Sie sind oft nicht nur sehr gut ausgebildet, sondern auch besonders motiviert und wollen endlich zeigen, was in ihnen steckt.

Das Ziel der SPD ist die Realisierung eines „inklusiven Arbeitsmarktes“. Neben der Inklusion an Schulen und der Verwirklichung der Barrierefreiheit ist ein inklusiver Arbeitsmarkt ein wichtiges Anliegen. Um unser Ziel zu verwirklichen brauchen wir insbesondere die Unterstützung privater und auch weiterhin das vorbildliche Verhalten der öffentlichen Arbeitgeber. Die Zahlen machen deutlich, dass sich kein Arbeitgeber vor der Einstellung eines behinderten Arbeitnehmers fürchten muss.