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Anträge die die Welt nicht braucht

Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden:

http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

TOP 21 Schleswig-Holstein als Forschungsstandort für CRISPR/Cas erhalten und Landwirtschaft beraten (Drs. 19/946)

Das Urteil des EuGH hat viele Wissenschaftler überrascht, mich auch. Es ist schwer zu verstehen, warum Pflanzen, bei denen mit CRISPR/Cas nur das eigene Erbgut verändert wird, etwas was die konventionelle Pflanzenzucht mit Radioaktivtät oder mutagene Substanzen in der Mutationszüchtung viel grobschlächtiger auch macht, gleichgestellt werden mit Pflanzen, denen fremdes Erbgut zugefügt wurde.

 Diesen Widerspruch hat der EuGH aber nicht, wie erwartet zu Gunsten der CRISPR/Cas Methode aufgeklärt, sondern regt die Nationalstaaten sogar an, auch die „konventionelle“ Mutationszüchtungen unter die strengen Vorschriften der GVO-Richtlinie zu stellen. Man mag nun von dem Urteil halten was man will, aber es ist geltendes Recht und es ist denklogisch überhaupt nicht zu verstehen, weshalb das Land wegen des Urteils, eine wie auch immer geartete Chancen- und Risikenanalyse durchführen soll. Würde es etwas am Urteil ändern?

Ihnen ist vielleicht entgangen, dass der Lehrstuhl Pflanzenzüchtung und das Institut seit langem Teil der staatlichen finanzierten Hochschule CAU sind. Deshalb ist die Aufforderung im AfD-Antrag, diese Forschung zu fördern, schon fast albern. Sie täuschen mit dem Antrag Urteilsaktionismus vor und fordern etwas, was seit 25 Jahren Realität an der CAU ist. So ein Antrag braucht niemand. Wir werden ihn deshalb ablehnen.