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Anpacken statt rumschnacken - Gemeinschaftsschulen praktisch unterstützen

Zum Elterntag der Gemeinschaftsschulen sagt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

In der Fragestunde mit Staatssekretärin Stenke und in zahlreichen Workshops haben knapp 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Elterntags der Gemeinschaftsschulen in der Erich Kästner Gemeinschaftsschule Barsbüttel gezeigt: Die Idee des längeren gemeinsamen Lernens ist stark in Schleswig-Holstein. Die Staatssekretärin vertrat die Bildungsministerin, die trotz ursprünglicher Zusage nicht nach Barsbüttel kam, um auf Weisung von Ministerpräsident Günther diesen bei der der Neueröffnung der Gedenkstätte Ladelund zu vertreten. Ihr Impulsvortrag machte deutlich, welche Punkte die Diskussion in den kommenden Monaten und Jahren bestimmen werden:

I. Die Regierung verschiebt die Hilfe für Schulen am Wind auf 2020

Viele Parteien hatten in ihren Programmen zur Landtagswahl die Forderung verankert, Schulen mit besonderen Herausforderungen künftig besonders zu unterstützen. Mit den Stimmen der SPD hat die Koalition beschlossen, dass die Landesregierung bis zum Ende des dritten Quartals 2018 ein entsprechendes Konzept vorlegen soll (Drucksache 19/208). Mit so einem Konzept könnten die entsprechenden Mittel mit dem Haushalt 2019 bereitgestellt werden. Der Staatssekretärin kam nun die undankbare Aufgabe zu, eine Verschiebung dieser Hilfe auf 2020 zu verkünden.

II. Kommt die Sortierung in drei Sorten Mensch mit der neuen Schulartempfehlung zurück?

Noch im Februar 2017 war die CDU der Auffassung, dass leistungsstarke Schülerinnen und Schüler von Gemeinschaftsschulen an Gymnasien wechseln sollen (Drucksache 18/5156). Im Herbst 2018 wird von der Landesregierung ein Konzept für die Förderung von Leistungsstarken Schülerinnen und Schülern vorgelegt werden. Hier und bei der Schulartempfehlung, die künftig nicht mehr mündlich, sondern wieder schriftlich gegeben werden soll, wird deutlich werden, ob es Schritte zurück zum gegliederten Schulwesen geben soll. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Ankreuzmöglichkeiten lauteten: 1. Gymnasium; 2. Gymnasium oder Gemeinschaftsschule; 3. Gemeinschaftsschule.

III. Gibt es ein Rollback bei der äußeren Differenzierung?

Laut Staatssekretärin können „sowohl die innere als auch die äußere Differenzierung die Basis für eine gute Schulentwicklung sein“. Äußere Differenzierung wäre im schlimmsten Fall die Einführung von abschlussbezogenen Klassen – also in alten Worten von Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialklassen ab Klasse 5. Für die SPD ist aber gerade der Gedanke des gemeinsamen Lernens die Stärke der Gemeinschaftsschulen, vorbildlich umgesetzt vor allem an den ehemaligen Gesamtschulen. Es kommt darauf an, den Gemeinschaftsschulen die Ressourcen zu geben, die sie für ihre Aufgaben brauchen.