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Abschlussnoten entscheiden über Lebenschancen

Zu Presseberichten über extrem schlechte Ergebnisse der schriftlichen Mathematikarbeiten für den Ersten und den Mittleren Schulabschluss erklärt der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Kai Vogel:

Jeder Pädagoge weiß, dass es so etwas wie objektive Leistungsbewertungen nicht gibt. Was es aber geben muss, sind Fairness und Chancengleichheit. Davon kann sicher  keine Rede sein, wenn der Landesdurchschnitt bei Mathematikklausuren nur knapp oberhalb einer Vier liegt.

Wenn sich die Einschätzung bestätigt, dass die Vorbereitung auf diese Prüfungsklausuren im Niveau unzureichend war, dass aber das Ministerium darauf gedrungen hat, die Leistungsanforderungen willkürlich heraufzusetzen, kann von einer solchen Chancengleichheit nicht mehr die Rede sein.

Es gibt dann zwei Möglichkeiten: die Benotungen werden pauschal heraufgesetzt, etwa um eine halbe Note, um das Level der Vorjahresprüfungen zu erreichen, oder es wird den Schülerinnen und Schülern, die das wollen, die Möglichkeit gegeben, neue Prüfungsarbeiten zu schreiben, die mit den Vorbereitungen im Unterricht in Übereinstimmung stehen.

Es nützt den Schülerinnen und Schülern nichts, wenn die Ministerin für das nächste Jahr mehr Lehrerfortbildungen und eine bessere Vorbereitung ankündigt. Denn die jungen Leute, die ihre Prüfungen in diesem Jahr ablegen, gehen nach dem jetzigen Stand mit willkürlich schlechteren Benotungen auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.