Drucken

Wie geht es weiter nach Klasse 4?

Für viele Familien beginnt nun die Überlegung, welche weiterführende Schule für ihr Kind, das zurzeit die 4. Klasse der Grundschule besucht, geeignet ist.

„Früher erhielten die Eltern von Grundschülern mit dem Halbjahreszeugnis in Klasse 4 eine Schulübergangsempfehlung, die mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer in Einzelgesprächen erörtert wurde“, erläutert Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Kinder, die eine Empfehlung für die Hauptschule bekamen, durften nicht am Gymnasium angemeldet werden. „Diese Regelung führte bereits in Klasse 3 zu einem großen Druck vor allem auf die Schülerinnen und Schüler. Das ging bei Nachhilfestunden für Neunjährige los und endete bei juristischen Einwendungen gegen Notenvergaben“, berichtet der Abgeordnete. Das sei jedoch der pädagogischen Arbeit an der Grundschule nicht dienlich. Die Koalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und SSW hat diesen Druck aus der Grundschule herausgenommen und das Schulgesetz geändert: „Wir haben das Wahlrecht der Eltern gestärkt, damit aber gleichzeitig auch ihre Verantwortung. Deshalb gibt es keine verbindliche Empfehlung mehr, wohl aber eine Beratung. Unsere Grundschullehrkräfte sind sehr kompetent in der Beurteilung und können über ein Kind, das sie vier Jahre lang begleitet haben, viel sagen. Deshalb muss es ein Beratungsgespräch zum Schulübergang geben.“

Eltern sollten gemeinsam mit ihren Kindern folgende Fragen besprechen:
- Passt das Profil der aufnehmenden Schule zu den Interessen des Kindes?
- Ist der Schulweg „alltagstauglich“?
- Wohin gehen Freundinnen und Freunde?
- Was sagen Eltern und Kinder, die die aufnehmende Schule schon kennen?
- Wird der angestrebte Schulabschluss an der aufnehmenden oder einer kooperierenden Schule angeboten?

„Der Elternwille ist ein zentrales Element unserer Bildungspolitik“, stellt Habersaat klar: Deshalb gebe es bereits in der Grundschule die freie Schulwahl; früher mussten Kinder Schulen besuchen, in deren Einzugsbereich sie wohnten.
Deshalb haben Eltern von Kindern mit besonderem Förderbedarf das Recht, eine allgemeinbildende Schule für ihr Kind zu wählen.
Deshalb wurde die verbindliche Schulartempfehlung abgeschafft zugunsten eines Beratungsgesprächs, nach dem die Eltern die beste weiterführen de Schule für ihr Kind wählen können. In der Grundschulverordnung heißt es: „In einem individuellen Gespräch beraten die Lehrkräfte die Eltern über die weitere schulische Laufbahn ihres Kindes.“ Wer kennt den Stand der Kompetenzen eines Kindes besser als eine Grundschullehrkraft nach vier Jahren Begleitung des Kindes? Und wer sollte verantwortungsvoller für ein Kind entscheiden als die Eltern? Letztlich war es auch der Wille von Eltern und Schülern, der dazu geführt hat, dass das Abitur nicht mehr ein exklusives Angebot von Gymnasien ist, sondern auch in Gemeinschaftsschulen und beruflichen Schulen erreicht werden kann.