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Stormarn ist ein guter Ort für längeres gemeinsames Lernen - Herzlichen Glückwunsch, Anne-Frank-Schule!

„Die Auszeichnung der Anne-Frank-Schule in Bargteheide ist eine tolle Bestätigung der Arbeit vor Ort und eine große Chance für die Zukunft dieser Schule, denn neben dem Preisgeld von 100.000 Euro ist die Schule jetzt Teil eines Netzwerks von Schulen, die voneinander lernen und noch besser werden wollen.“

Mit diesen Worten gratulieren die Landtagsabgeordneten Martin Habersaat und Tobias von Pein zum Deutschen Schulpreis 2013. Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und bis zu seinem Einzug in den Landtag selbst Lehrer: „Es ist wichtig für den Unterricht, dass die Schülerinnen und Schüler nicht die einzigen sind, die lernen müssen. Es braucht die Haltung, dass alle Beteiligten, auch Lehrer und Eltern, immer lernen wollen.“

Das gelte auch für Bildungspolitiker: „Wir freuen und auf Gespräche mit den Macherinnen und Machern in Bargteheide.“ An der Anne-Frank-Schule seien viele Aspekte guter Schule zu besichtigen: Die Übernahme von Verantwortung für sich selbst und andere, Stärken der Kinder zu stärken, die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler – vom Förderkind mit Lernbehinderung bis zum Hochbegabten –, das Sichtbar machen von Lernen durch stetige Rückmeldungen, forschungsgeleitete Vorhaben in der Unterstufe, die Wissenschaftspropädeutik in der Oberstufe vorbereiten.

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Die beiden Abgeordneten würden sich freuen, wenn es mehr Bewerbungen zum Schulpreis gäbe: „Alle Bewerberschulen werden zu Angeboten der Akademie des deutschen Schulpreises eingeladen, ihnen stehen Vernetzungsangebote und Begleitung bei Schulentwicklungsprozessen zur Verfügung.“ Das sei eine hilfreiche Ergänzung zu den Möglichkeiten, die das Bildungsministerium und das IQSH in diesem Bereich zur Verfügung stellen.

Seit 2006 haben sieben Schulen den Deutschen Schulpreis gewonnen, drei Gesamt- bzw. Gemeinschaftsschulen, zwei Grundschulen, eine Schule für chronisch kranke Kinder und ein evangelisches Gymnasium. Martin Habersaat fasst das so zusammen: „Sechsmal ging der Preis an Schulen, in denen alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen.“ Es sei gut, dass diese Idee auch von der Robert-Bosch-Stiftung gewürdigt werde, einer Einrichtung, die einer allzu großen Nähe zur Sozialdemokratie unverdächtig sei.

In Stormarn gab es früh Gesamtschulen, die sich durch ihre gute pädagogische Arbeit einen wichtigen Platz in der regionalen Bildungslandschaft verdienten, neben Bargteheide zum Beispiel auch in Ahrensburg, Bad Oldesloe oder Glinde. Habersaat: „Nach der Schulgesetzänderung 2007 wurden die Gesamtschulen zu Gemeinschaftsschulen, aber die Philosophie ist geblieben: Mitnehmen statt aussortieren. Das ist einer der Gründe dafür, dass in Stormarn die Abiturquote deutlich höher ist als in anderen Kreisen.“

In die Runde der 15 besten Schulen waren 2013 drei Schulen aus Schleswig-Holstein gekommen, neben der Anne-Frank-Schule auch die Grundschulen Waldschule in Flensburg und die Schule im Autal in Sieverstedt.