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Landesnaturschutzgesetz wird seinem Namen gerecht

Unsere Natur wird stark beansprucht. Der Klimawandel, die zunehmende Nutzung von Flächen und die Zersiedelung der Landschaft sorgen für einen immensen Verlust von vielen Tier-und Pflanzenarten, es gibt Probleme mit Trink- und Grundwasser.

„Deshalb müssen wir handeln und unsere noch vorhandenen natürlichen Lebensräume bewahren. Effektiver Naturschutz ist auch Klimaschutz“, so die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, Sandra Redmann. Effektiver Naturschutz bedeute, biologische Vielfalt in Flora und Fauna und deren Lebensräume zu erhalten, dem Artensterben vorzubeugen, das Grundwasser vor schädlichen Einträgen zu schützen. Dazu seien geeignete Maßnahmen notwendig, und diese sind in dem jetzt vom Landtag verabschiedeten Landesnaturschutzgesetz enthalten. „Es ist ein Gesetz, das seinen Namen verdient. Es hilft, die Natur zu schützen, nimmt aber auch Rücksicht auf Nutzerinteressen der Land- und Forstwirtschaft“, erläutert die Abgeordnete.

Um die Ziele zu erreichen, sind folgende Maßnahmen vorgesehen: Knickschutz, Ausweitung des Verbundes von Schutzgebieten und ökologisch wertvollen Flächen, mehr Schutz für Biotope, Aufnahme des arten- und strukturreichen Dauergrünlandes in den Kreis geschützter Biotope, Schutz von Gewässer- und Küstenrandstreifen vor Bebauung, Vorzug standortheimischer Baumarten, Vorkaufsrecht des Landes für ökologisch besonders wertvolle Flächen. Der Abstand von Flächen, auf denen gentechnisch veränderte Organismen angebaut werden, wird auf 3.000 Meter angehoben.

Das Verbot, landwirtschaftlich genutzte Flächen zu betreten, bleibt bestehen; da diese Frage naturschutzrechtlich nicht relevant ist, spielt sie auch bei der Änderung des Naturschutzgesetzes keine Rolle.

„Das 2010 von Schwarz-Gelb im Hau-Ruck-Verfahren durchgepaukte Gesetz hat der Landwirtschaft und dem Privateigentum Vorrang vor Naturschutz eingeräumt. Das haben wir geändert, denn ein ‚Weiter s‘“ ist angesichts der Klimaveränderungen und des dramatischen Artensterbens nicht mehr zu verantworten; zu bedroht ist unsere natürliche Lebensgrundlage“, stellt Sandra Redmann klar.

Ergänzend werden mit der Novellierung des Landeswaldgesetzes mehr als 3.000 Hektar öffentlicher Waldfläche zu Naturwald erklärt; dort dürfen keine Bäume mehr gefällt werden – so erhalten mehr Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Lebensraum.

Im Landesjagdgesetz wird künftig die Möglichkeit geschaffen, aus ethischen Gründen Jagdflächen zu befriedeten Bezirken zu erklären, die nicht bejagt werden dürfen. Die Jagd in Jagdgattern wird verboten.