Schleswig-Holstein ist Niedriglohnland.
Der DGB hat die Bruttomonatsverdienste der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer/innen im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich analysiert. Er stellt fest, dass diese im ersten Halbjahr 2011 in Schleswig-Holstein um 7,5 % unter dem Bundesdurchschnitt lagen. Im ersten Halbjahr 2010 betrug der Abstand noch 6,3 %. Der Unterschied bei den Einkommen ist noch gravierender: Er lag im ersten Halbjahr 2010 14,9 % unter dem Hamburger Niveau; im ersten Halbjahr 2011 sogar 15,4 %.
Nach der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse in Schleswig-Holstein zwar gestiegen. Jedoch ist festzustellen, dass in unserem Bundesland die Teilzeitarbeit stärker ansteigt als die Vollzeitarbeit und geringfügig entlohnte Beschäftigung sich überproportional entwickelt. Viele Menschen finden nur in schlecht bezahlter Leiharbeit einen Job und der Niedriglohnsektor weitet sich immer mehr aus.
Wir Sozialdemokraten wollen Schleswig Holstein zu einem Land mit den besten Arbeitsbedingungen in Deutschland entwickeln mit fairen, leistungsgerechten und tariflich abgesicherten Entgelten und einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro. Ein Landestariftreuegesetz soll diesen Mindestlohn auch bei öffentlichen Auftragsvergaben festlegen. In der Leiharbeit muss der Grundsatz gelten: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.
Denn langfristig kann die Wettbewerbs- und die Innovationsfähigkeit der Unternehmen nur mit guter Arbeit und mit motivierten und qualifizierten Arbeitnehmern nachhaltig gesichert werden.
