Drucken

Fakten zur Wohnungseinbruchskriminalität

Bundesweit steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche; das ist kein schleswig-holsteinisches Phänomen.

Darauf weist die polizeipolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Simone Lange, hin. Die Deliktzahl in Schleswig-Holstein steigt bereits seit dem Jahr 2010; 2015 ist ein weiterer Anstieg auf 8.456 Fälle zu verzeichnen. „Falsch ist allerdings die Behauptung, es habe noch nie so viele Wohnungseinbruchdiebstähle in Schleswig-Holstein gegeben wie aktuell: Tatsächlich hat es im Jahr 1986 sogar 9.895 solche Straftaten in Schleswig-Holstein gegeben und noch Anfang der 1990er Jahre lag die Zahl bei über 13.000“, so die Abgeordnete.

Die Aufklärungsquote ist 2015 gegenüber dem Vorjahr von 12,6 auf 8,9 % gesunken. Doch aufgrund der Festnahmen zweier großer Tätergruppen Anfang dieses Jahres wird sich die Fallzahl im laufenden Jahr möglicherweise reduzieren.

Zur Verbesserung der Situation setzt die Polizei auf das täterorientierte Landeskonzept Wohnungseinbruchdiebstahl, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Es stellt auf das Erkennen und Bewerten überregionaler bzw. reisender und international agierender Täter sowie die gezielte polizeiliche Intervention ab. Durch intensivierte Tatortarbeit, zielgerichtete zentrale Auswertung und verbesserten Informationsfluss werden Tatserien erkannt und gezielt strukturiert bearbeitet. So soll die Identifizierung und Verfolgung von Tätergruppen der überregionalen und internationalen Serien- und Bandenkriminalität ermöglicht und der Verfolgungsdruck auf einschlägige Täter/-gruppen und deren Logistik erhöht werden.

Ein wichtiger Baustein ist die zentrale Auswertung und Analyse durch das Landeskriminalamt. Dies führt dazu, dass Tatzusammenhänge und Tatserien erkannt werden. Simone Lange: „Es ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl von Taten dem Komplex einer Tatserie oder einer Tätergruppierung zuzuordnen ist.“

Die gründliche Spurensuche und -sicherung sowie eine priorisierte kriminaltechnische Untersuchung beim Landeskriminalamt sind weitere Bestandteile des Landeskonzepts und dienen dem vorgenannten täterorientierten Ansatz. Die Tatortaufnahme und Spurensicherung erfolgen überwiegend durch speziell geschulte Beamte der Schutz- oder Kriminalpolizei. Für den DNA-Abgleich existiert eine Datenbank, die beim Bundeskriminalamt geführt wird; Schleswig-Holstein hat über das Landeskriminalamt Zugriff auf diese Datei.

„Es ist beabsichtigt, den Direktionen zusätzliches Personal für die qualifizierte Spurensuche und für Administrationsaufgaben im Bereich von gezielten Fahndungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Der Bereich der zentralen Auswertung und Analyse beim Landeskriminalamt soll ebenfalls personell verstärkt werden“ berichtet die Abgeordnete, die selbst ausgebildete Kriminalbeamtin ist.

Das Landeskonzept Wohnungseinbruchsdiebstahl war zunächst rein repressiv ausgerichtet und wurde nach zwei Jahren um das Segment der Prävention erweitert. In allen Polizeidirektionen führen beschulte Beamte in Zusammenarbeit mit Fachfirmen Informationsveranstaltungen zum Einbruchsschutz durch. Inhalte sind technische und verhaltensorientierte Empfehlungen zum Schutz vor Wohnungseinbruch.

Vor dem Hintergrund überregional und international agierender und auch illegal sich aufhaltender (Mehrfach-)Täter prüfen die sachbearbeitenden Dienststellen Delikte der Schleusungskriminalität und ausländerrechtliche Verstöße jeder Art im Austausch mit den Ausländerbehörden, der Bundespolizei und dem Bundeskriminalamt.

Das konzeptionelle Vorgehen der Polizei in Verbindung mit verbessertem technischen und verhaltensorientierten Einbruchsschutz und einer aufmerksamen Bevölkerung sei, so Simone Lange „nach wie vor die beste Strategie gegen Wohnungseinbrüche.“