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Eine Praktikantin berichtet: Ein Arbeitstag mit Ralf Stegner

Ich heiße Johanna Kresin, bin 20 Jahre alt und Studentin der Politik- und Wirtschaftswissenschaften. Derzeit absolviere ich ein fünfwöchiges Praktikum in der SPD-Landtagsfraktion, bei dem ich vor allem im Bereich der Europapolitik arbeite. Am Mittwoch, dem 24. September, habe ich Ralf Stegner den ganzen Tag begleitet und so einen interessanten Einblick in seinen Tagesablauf und seine Aufgabenbereiche bekommen.

Der Tag startete mit der 11. ordentlichen 60plus-Landeskonferenz in Neumünster, die unter dem Motto „Rentenreform – Fluch oder Segen?“ stand. Nach einigen Grußworten hielt Ralf Stegner sein Gastreferat zu aktuellen Themen der Landes- und Bundespolitik. Er hob vor allem hervor, wie fundamental eine gerechte Rentenpolitik und die Zusicherung eines gleichbleibenden Lebensstandards im Alter sind. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage kommentierte er darüber hinaus die seiner Meinung nach kritischen Waffenlieferungen in Krisengebiete, die Rolle der SPD als Friedenspartei und die Einhaltung sozialer Standards bei den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen. Unter lautem Beifall hob er auch hervor, wie wichtig Transparenz und die aktive Beteiligung der Bürger am politischen Geschehen sind.

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Nach einer kurzen Aussprache ging es für uns sofort zurück nach Kiel. Dort fand um 12.00 Uhr eine Pressekonferenz zum Landesparteitag statt, bei der allerdings weniger über diesen als über die aktuelle Politik der SPD sowie der Landesregierung gefragt wurde.

Wir schafften es gerade noch zu essen, bevor wir uns um 13.30 Uhr mit der Juso-Hochschulgruppe der CAU trafen. In seinem Büro nahm sich Ralf Stegner eine Stunde Zeit für die 10-köpfige Gruppe junger Sozialdemokraten. Neben der Vorstellung der neuen Strukturen, Entwicklungen und Ziele der Juso-Hochschulgruppen wurde ein Schwerpunkt auf die Erörterung HSG-Novelle und einer neuen BAföG-Struktur gesetzt. Neben Bildungspolitik wurden auch hier die Flüchtlings- und Asylpolitik sowie die Wichtigkeit von Transparenz in politischen Prozessen angeschnitten.

Im Anschluss nahm Ralf Stegner an einer politischen Diskussion der Gewerkschaft der Polizei in Rendsburg über den vom ehemaligen Innenminister Breitner geplanten Stellenabbau teil. Neben Ralf Stegner diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Piraten sowie der Landesvorsitzende der GdP, Manfred Börner. Ralf Stegner bedauerte den Stellenabbau außerordentlich, bekannte sich jedoch zu der SPD-Priorität der Bildungspolitik. Allerdings bekräftigte er, dass der Kernbereich der Polizei – Einsatz und Ermittlungen – nicht geschwächt werde. Gerade auf diesen solle sich die Polizei konzentrieren, um an ihrer Rolle als Bürgerpolizei festhalten zu können.

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Ich persönlich habe mich nach diesem Termin verabschiedet. Ralf Stegner hat danach einen Vortrag vor dem Regionalverband des Unternehmensverbandes Mittelholstein in Büdelsdorf gehalten, bevor er nach Berlin weitergefahren ist.

Man darf allerdings nicht denken, Ralf Stegner besuche lediglich fünf Veranstaltungen und mache sich dann eine schöne Zeit in Berlin. Am ganzen Tag war die einzige kurze Zeit der Entspannung das Mittagessen. Die restliche Zeit wurde genutzt um zu telefonieren, Pressearbeit zu leisten, Interviews zu geben und noch mehr zu telefonieren – Hauptarbeitsbereich dafür war das Auto.

Der Tag mit Ralf Stegner war in vielerlei Hinsicht besonders für mich. Da ich in der Fraktion und nicht bei einem Abgeordneten Praktikum mache, habe ich bisher keine Außentermine erleben können. Diese praktische Erfahrung der politischen Arbeit war sehr aufschlussreich für mich. Auch die Vielfältigkeit der Themengebiete war interessant – über jung und alt, Renten-, Bildungs- und schleswig-holsteinische sowie internationale Sicherheitspolitik, Pressearbeit und die verschiedensten Veranstaltungsformen: An meinem Tag mit Ralf Stegner habe ich viel erlebt und viel mitgenommen.