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Der lange Weg zur Inklusion

Die Arbeitsgemeinschaft für Bildungsfragen der SPD-Schleswig-Holstein (AfB) und der Arbeitskreis Bildung der SPD-Landtagsfraktion hatten zur Veranstaltung „Inklusion – Ein Gewinn für alle!“ eingeladen, und viele Interessierte kamen.

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Vor dem Landeshaus demonstrierte die GEW für eine ausreichende Ausstattung der Schulen, anschließend diskutierten im Schleswig-Holstein-Saal etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Runde auf dem Podium. Diese bestand aus Bildungsministerin Wara Wende, Schleswigs neuem Bürgermeister Arthur Christiansen, Ulrich Hase (Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung), Hans-Peter Schreiber (Landeselternbeirat Berufliche Schulen); Thema waren notwendige Schritte auf dem Weg zur Inklusion.

„Unsere Vorgängerregierung war der Auffassung, Inklusion sei kostenneutral zu haben. Das glauben wir nicht“, bekannte Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Er stellte einen Antrag der Koalitionsfraktionen vor, demzufolge die Landesregierung gebeten wird, im ersten Halbjahr 2014 über den Stand der Inklusion, mögliche nächste Schritte und dafür erforderliche Ressourcen zu berichten (Drucksache 18/1246). Hintergrund: Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, das von Deutschland als einem der ersten Staaten bereits am 30.03.2007 unterzeichnet wurde, verpflichtet in Artikel 24 die unterzeichnenden Staaten auf ein „integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen“. Die damalige Landesregierung hatte in ihrem Bericht zur Umsetzung der Inklusion vom 16.06.2011 (Drucksache 17/1568) unter Berufung auf externe Gutachten angenommen, „dass sich die inklusive Beschulung im Rahmen der vorhandenen Ressourcen verwirklichen lässt“.

Die Meinung, dass dem nicht so ist, vertraten auch zahlreiche an der Diskussion beteiligte Eltern und Lehrkräfte. Um die Akzeptanz der Inklusion nicht zu gefährden und allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden, müsse es aber eine entsprechende Ausstattung der Schulen geben. Ulf Daude, AfB-Vorsitzender in Schleswig-Holstein, hatte zur Einstimmung einen Ausschnitt des Films „Bergfidel“ gezeigt. Hier wird eine Grundschule in Münster porträtiert, an der bereits vieles richtig gemacht wird, wenn auch nicht alles, wie Ulrich Hase feststellte. Fazit: Es bleibt ein langer Weg.

 

Fotos von der Veranstaltung