Drucken

Der Ausbau der Windenergie geht weiter

Nach der Einigung der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin über die Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat Ministerpräsident Albig im Landtag in einer Regierungserklärung zum Ausbau der Windkraft in Schleswig-Holstein Stellung genommen.

Er hob hervor, dass die Landesregierung die Energiewende gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern umsetzen werden und dafür Sorge trage, sämtliche Interessen in einen ausgewogenen Ausgleich zu bringen. Er nannte insbesondere Schutzabstände, die es zu berücksichtigen gelte, sowie Beeinträchtigungen durch Schlagschatten, Lärm und Schall. Schleswig-Holstein halte weiter daran fest, 300 Prozent des Stromverbrauchs im Lande mit regenerativen Energien zu produzieren. Allerdings soll wegen des Netzengpassgebiets dieses Ziel statt 2020 erst 2030 erreicht werden So könnten auch die Interessen von Klima- und Artenschutz bis hin zum Schutz des Wohnumfeldes besser austariert werden. Vor allem müsse der Ausbau der Netze vorankommen; Schleswig-Holstein habe hier seine Hausaufgaben gemacht.

Mit dem Ausbaukorridor für die Windkraft an Land von 2.800 Megawatt pro Jahr inklusive Repowering (Vereinbarung des „Energiegipfels“) können jedes Jahr bundesweit noch knapp 1.000 Windräder errichtet werden. Das sind 30 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Und allein 600 davon werden die Leistung alter Windräder ersetzen. Neuen Strom werden also nur 400 Windräder liefern. Für Schleswig-Holstein bleiben jedoch weniger als 150 Windmühlen übrig. Trotzdem könne Schleswig-Holstein seine Ziele erreichen.

Der Fraktionsvorsitzende Ralf Stegner betonte: „Die Energiewende muss konsequent umgesetzt werden, aber im Dialog mit allen Beteiligten, um die Akzeptanz zu sichern. Ein Wildwuchs und eine Komplett-Verspargelung unserer Landschaft kommen für uns nicht in Betracht. Es braucht also entsprechende landesplanerische Regelungen.“ Die Landesregierung will voraussichtlich im September die Entwürfe der Regionalpläne vorstellen. „Wir werden damit drei wichtige Ziele erreichen: möglichst viel Landesfläche von Windanlagen freizuhalten, Investoren planungssichere Flächen anbieten sowie die Energiewende absichern und voranbringen", sagte der Ministerpräsident im Landtag. Die Zielgröße für die Vorranggebiete von zwei Prozent der Landesfläche soll bestehen bleiben.